Puppenmitmacherei 2015 – #1

Mittwoch, der 1. Juli 2015

Sehr gefreut habe ich mich, als ich auf dem naturkinder Blog davon las, dass es dieses Jahr wieder ein Puppen-sew-along geben wird.

Heute beginnt sie endlich, die PuppenMITmacherei 2015 von Naturkinder und Mariengold.

Dies ist somit das „erste Treffen“ und ich freue mich schon sehr auf das mit-machen und natürlich auch auf alle anderen, die mitmachen!

Puppenmitmacherei 2015 von Mariengold und Naturkinder

1. Treffen – Ideensammlung:

So und damit „stürzen wir uns gleich mal in die Arbeit“ – wobei Vorbereitung auch hier wieder alles ist und somit geht es heute zunächst einmal um die Ideensammlung…:

Bekanntlich habe ich ja schon die ein oder andere Puppe genäht, daher wird es für mich kein völlig neues Unterfangen. Nichtsdestotrotz ist jede Puppe für sich genommen immer wieder etwas Neues, der Beginn einer Reise, ein neues Abenteuer …und meist weiss ich am Anfang nicht, wo diese Reise uns hinführen wird.

Die Puppe ist also sowas wie mein „Reiseleiter“ und ich werde ihr lediglich folgen… ;)

So will ich es also auch bei dieser Puppe halten.

Ich werde lediglich ein neues Schnittmuster verwenden, an dem ich gerade tüftelt und das ich endlich testen mag.

Ebenso wer die Puppe letztlich bekommt, lasse ich hier lieber mal noch offen. Puppen sind manchmal ganz schön sture Geschöpfe. Sie haben ihren eigenen Willen. Ich werde also das kleine Wesen dann selbst dazu befragen, wo es sich am wohlsten fühlt.

Vielleicht besitzt es es ein eher scheues Wesen, ein ruhiges Gemüt und möchte gar nicht weit weg, sondern lieber meiner kleinen Werkstatt verweilen und mir noch weiter Gesellschaft leisten? Oder aber es ist eher wagemutig und kühn und kann es daher kaum erwarten das „sichere Nest“ zu verlassen, will lieber viele Abentuer erleben und am besten gemeinsam mit einem ebenso abenteuerlustigen Kind?… ach, man wird sehen.

Einzig habe ich mir vorher überelgt, dass ich bei dieser Puppe entweder mein gefärbtes Mohair Garn für die Haare verwenden, oder mich vielleicht mal an einer „anderen Haarversion“ versuchen möchte. Hmmm… Aber wie gesagt, das sind nur meine bescheidenen Pläne. Letztendlich bestimmt die Puppe eh selbst, wo unsere Reise hingeht… Beschwert euch also nachher bitte nich bei mir, wenn sie dann doch keine bunten Haare bekommt, oder überhaupt ganz anders wird, als ich das jetzt hier so freitmütig ankündige.

Deswegen höre ich auch schon auf mit der konkreten Planerei und gehe mal, ganz so wie ich das in meinem Kunstgeschichtsstudium damals gelernt habe, „vom Groben ins Feine“.

Und das bedetet nach der Idee, die im Groben hier also einfach erstmal nur „Puppe“ heißen soll, weiter zu den Grundlagen nämlich beispielsweise der Materialinventur.

 

Material

Wenn man erst einmal einige Puppen gefertigt hat, so stellt man schnell fest, welche Arbeitsweise und vor allem welches Material und Werkzeug* man selbst bevorzugt.

Einige mitterlweile unverzichtbar gewordene Helferlein fürs Puppenmachen sind für mich u.a. folgende:

Puppenmacher Werkzeug

1. Ein gutes Stopfholz. Hier kann man alles Mögliche verwenden. Ich nehme meist einen Kochlöffel aus Holz- oder Melanin, je nach Puppengröße und wie fest ich die Wolle stopfen möchte. Derzeit arbeite ich beispielsweise oft mit diesem Holzquirl, gerade um größere Puppenteile mit Wolle auszustopfen.

2. Ein chinesisches Essstäbchen aus Holz. Auch dies verwende ich zum Stopfen. Es eignet sich gut für kleinere Puppen und schmalere Stopfstellen. Zudem kann man dabei wahlweise das breite oder spitze Ende verwenden.

3. Eine medizinische Klemme. Diese ist gut geeignet zum Wenden und Stopfen.

4. Noch lieber als die Klemme ist mir aber diese einfache Pinzette.
Mit Pinzetten lassen sich z.B. kleine gefilzte Wollkügelchen exakt in den Daumen platzieren. Zudem ist sie eine gute Hilfe beim Wenden von schmalen Armen und Beinen und gleichzeitig lässt sich mit ihr prima Wolle nachstopfen.

5. Ich habe bisher immer den selbstlöschenden Trick-Marker von Prym zum Anzeichnen der Schnittteile auf dem Stoff verwendet. Jedoch habe ich in letzter Zeit vermehrt feststellen müssen, dass dieser sich eben nicht wieder selbst löscht, vor allem, wenn man beim anzeichnen etwas fester aufgedrückt hat .

Daher bin ich mittlerweile dazu übergegangen den Mark & Erase Stift von Prym zum Anzeichnen auf Stoff zu verwenden. Den kann man nämlich praktischerweise hinterher wieder selbst „löschen“ und es bleiben keine unschönen Flecken auf dem Stoff zurück!

6. Häkelnadeln braucht man beim Puppenmachen nicht nur um die Perücke zu häkeln, Haare anzubringen und Kleider/Schuhe zu häkeln, sondern auch, um den ein oder anderen schief sitzenden Abbindefaden noch einmal zu verschieben. Daher habe ich schon viele Häkelnadeln ausprobiert. Die ganz einfachen aus Metall sind nicht so meins, da sie schnell mal rutschig sind und dabei nicht so angenehm in der Hand liegen.

Die mit rutschfestem Gummigriff (in Regenbogenfarben<3 ) sind da schon besser geeignet.

Allerdings ist diese Häkelnadel mit Holzgriff von Kurtzy im Moment mein Favorit, weil sie angenehm in der Hand liegt und der Haken gerade Mohair gut abhäkelt.

7. Früher habe ich immer eine einfache Schere benutzt, um Fäden nach dem Nähen oder Verstechen abzuschneiden. Mittlerweile nutze ich aber nur noch Stickscheren, da diese viel schärfer sind und man näher am Stoff schneiden kann, ohne diesen dabei einzuschneiden. Zudem ist diese in Storchform aber auch besonders hübsch! ;)

Gute Beszugsquellen für Puppenmaterial online sind u.a.:

Little Oak Dolls

Wollknoll

kamrinspoppen

pflanzenfaerberin

LaFiabaRussa

Bücher

Wer lieber etwas planvoller vorgeht als ich und sich konkrete Anleitung oder Inspiration wünscht, der könnte an dieser Stelle in einigen themenbezogenen Büchern blättern. Ich habe mittlerweile hier auch eine kleine Themenbibliothek angelegt und liebe es, immer mal wieder durch das ein oder andere Buch zu blättern.

Einige hilfreiche Puppenmach – Bücher* sind folgende:

„Die Waldorfpuppe“ von Karin Neuschütz:

Das wohl bekannteste und traditionell orientierte Buch zur Waldorfpuppe. Ein guter Einstieg in die Thematik, da hier viele Grundlagen vermittelt werden. Allerdings sind manche Techniken, meiner Meinung nach, fast schon veraltet bzw. umständlich und die Grafiken und Beschreibung der Arbeitsschritte nicht immer so verständlich.

„Wir arbeiten Puppen für unsere Kinder“ von Gertraud Sternke:

Ein dünnes Buch/Heft (hier in der 4.Aufl. von 1993), das die Puppenmacherei im klassischen Waldorfstil erklärt, dafür aber einige Proportions- und Entwurfsüberlegungen voranstellt und im Anhang noch Variationen benennt.

"Wir arbeiten Puppen für unsere Kinder" von Gertraud Sternke

„Wir arbeiten Puppen für unsere Kinder“ von Gertraud Sternke

„Fröhliche Puppen selbst gemacht“ von Freya Jaffke

„Selbstgemachte Puppen zum Schmusen, Spielen und Liebhaben“ von Sunnhild Reinckens

Ich habe dich so lieb! – Puppemachen Schritt für Schritt erklärt“ von Renate Sohnius

„Werkbuch für Mädchen und alle, die mit klassischen handwerklichen Grundlagen eigene Werk- und Handarbeiten verwirklichen wollen“ von Ruth Zechlin:

Ursprünglich verfasste Zechlin 1950  Das Puppenbüchlein. Allerdings ist dies heute kaum mehr erhältlich. Glücklicherweise hat sie ihr Wissen über das Puppenmachen in diesem Kompendium in einem Kapitel integriert. Insgesamt ist mittlerweile auch dieses Buch ein „altes Schätzchen“, da es  viele interessante und heute leider teils vergessene Werktechniken praktisch erklärt.

„Stoffpuppen wie Kinder sie lieben“ von Sunnhild Reinckens

„Cloth Daisy Dolls“ von Wenche O Steensen (Engl.)

„Making Waldorf Dolls“ von Maricristin Sealey (Engl.)

„Sewing Dolls“ von Karin Neuschütz (Engl.)

„Je fabrique ma poupée ou mon poupon“ von Chloé Bagate (Französisch):

Auch im französischsprachigen Raum gibt es einiges zum Thema Stoffpuppen. Dieses kleine Heftchen beschreibt vor allem die Technik, mit der Bloggerin und Puppenmacherin Bagate von „bulledegum“ ihre Puppen fertigt.

„My Rag Doll“ von Corinne Crasbercu (Engl.):

In diesem Buch geht es zwar um „Rag Dolls“ aber gerade die Schnittmuster und Anleitungen für Kleidung sind natürlich auf alle Puppen übertragbar.

„Mes vêtements de poupées“ von Véronique Chermette (Französisch):

Und noch ein schönes Buch, bei dem es darum geht, die Puppe hinterher einzukleiden ist dieses.

"Mes vêtements de poupées" von Véronique Chermette

„Mes vêtements de poupées“ von Véronique Chermette

„Puppen. Ein Werkbuch mit 50 neuen Anleitungen“ von Hans u. Gertrud Elisabeth Kuhn Witzig

 

Anleitungen

Und natürlich kann ich auch die E-Books von Mariengold zum Puppenmachen sehr empfehlen.

Aber auch mit denen von 1000Rehe, Pflanzenfaerberin , yayapan, belambolo, Sami Dolls und denen hier oder hier, gibt es mittlerweile schon einige E-Book Anleitung zum Puppenmachen.

You Tube ist auch in jeglicher Hinsicht eine gute Informationsquelle. Es gibt viele Videos rund ums Puppenmachen …. Hier habe ich mal eine Puppen-Playlist angelegt, wo sich auch viele Tutorials und Tips zum Thema Puppenmachen finden.

 

 Inspiration

Ich arbeite zudem gerne mit Mind Maps oder  sogenannten Moodboards. Diese sind sehr hilfreich, um Ideen und Inspiration für anstehende Projekte zu finden.

Auf Pinterest habe ich  u.a. meine virtuelle Puppen-Pinnwand, wo ich online Bilder und Links zur Inspiration festhalte. Darunter finden sich  auch Anleitungen, Tips, Artikel und viele, viele schöne Fotos von Puppen…

Folge Nats Pinnwand „Dolls“ auf Pinterest.

 

Generell findet man im Internet einige kostenlose Anleitungen und Tipps rund ums Puppenmachen:

Lena von zauberflink erklärt beispielsweise hier, wie man eine Puppenperücke häkelt.

Faydra von withlovehannah.com hat jüngst ein Tutorial zu einem süßen kleinen Hasenpüppchen veröffentlicht.

Von fairywooldolls gibt es zudem hier ein Tutorial „How to Make a Small Waldorf Doll“ sowie ein „Mohair weft tutorial„.

Spannend finde ich auch immer, wenn Puppenmacher „aus dem Nähkästchen plaudern“ und Tipps und Kniffe verraten.

So schreibt beispielsweise Fabiloa von fig&me regelmäßig dazu unter der Rubrik dollmaking auf ihrem Blog.

Und auch Maria verrät immer wieder Tipps & Tricks zur Puppengestaltung in ihrem Blog.

 

So. Das sollte zum Einstieg und Ideen sammeln nun auch erstmal genügen… und nun geht es dann aber wirklich los.

Bis zum nächsten „Treffen“!

⇒ Hier geht es weiter zum 2. Treffen der PuppenMITmacherei.

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20 Antworten auf Puppenmitmacherei 2015 – #1

  • Oh danke – vor allem für die Tipps zu den Werkzeugen. Bei mir entsteht die erste Puppe, ich habe also noch keinerlei Erfahrung, daher sind solche Tipps mehr als willkommen! Ich werde eine Mitzi nach Mariengolds eBook nähen, ich denke, dass ich da in guten Händen bin! :)
    Bis zum nächsten Treffen, liebe Grüße, Selina

  • Oh, die erste Puppe ist immer was besonderes wie ich finde.
    Viel Mut, keine Scheu und viel Spass wünsch ich Dir dabei!
    Und Marias eBooks sind übrigens auch wirklich ganz wunderbar, da wirst du hinterher eine schöne Puppe in Händen halten können! :)
    Bis bald also und lieben gruss
    Nat

  • Hallo Nat,

    Du hast ja hier schon superviele, tolle Tipps zusammengetragen, Toll, vielen Dank! Das chinessische Essstäbchen könnte bei mir auch bald zum Einsatz kommen, da mein Püppchen recht schmale Glieder bekommen soll.
    Bin auch schon auf Dein neues Schnittmuster gespannt!

    Liebe Grüße und gutes Gelingen!

    Barbara

  • Hallo Barbara,
    gernegerne. ;) Ich freu mich ja auch schon sehr, bei dir und auch den anderen jetzt immer mitzulesen und bin auch auf die ganzen Puppen soooo gespannt!
    glg
    :))
    Nat

  • Hallo Nat,

    das ist ja toll was du da alles zusammengetragen hast klingt richtig professionell.
    Einige von den Werkzeugen kenne ich, mein Mann verwendet sie in seiner Praxis! :0)
    Mit den Scheren ist das immer so eine Sache, ich benutze meine große Schneiderschere für alles, wirklich alles. So auch um die feinen kleinen Filzblumen auszuschneiden, die meine Blumenkinder in der Hand halten. Sie hat aber auch eine richtig gute Spitze und ist zudem nicht so schwer wie man das sonst so von Schneiderscheren kennt.

    Na, ich bin super gespannt was für eine Puppe letztendlich aus deinen Händen wächst und wo Ihre Reise so hingeht.

    Liebe Grüße
    Imke

  • Wow, vielen Dank für diese tollen Links und Tipps! Ich als Puppenmacherneuling bin dafür sehr dankbar! Herzliche Grüße!

  • Hallo Mariana,
    Gerne. Ich freue mich, wenn bei den Links und Tipps was hilfreieches dabei war. ;) lieben gruss!

  • Hallo Imke,
    mit den Scheren hast Du wohl recht. Es ist wohl aber auch Gewohnheitssache und jeder mag was anderes. ;) Ich hab vorher auch mit einer großen Schere gearbeitet und bin jetzt zur kleinen gewechselt. Je nachdem, was ich halt so mache.;>
    Und ja ich bin uch selbst sehr gespannt, was für eine Puppe entstehen wird…vor allem auch bei dir und all den anderen.
    herzlichen Gruss
    Nat

  • Danke für die tollen Tips, deine Puppen sind wirklich zu goldig! Bin schon sehr gespannt auf die, die in Rahmen dieser Aktion entstehen wird! Ich überleg auch, ob ich diesmal selbstgesponnene u selbstgefärbte Wolle für die Haare verwenden soll – mal sehen, was die Puppe dazu meint, wenn´s soweit ist ;)
    glg, maren

  • Hallo Nat, vielen Dank für die vielen Linktipps. Bei mir soll eine erste große Waldorfpuppe entstehen, daher bin ich für jeglichen Tip dankbar. Leider funktionieren deine Pinterest-Links nicht. Kannst du die bitte nocheinmal korrigieren?
    Viele Grüße,
    Kathrin

  • Hallo Kathrin,
    danke für den Hinweis mit Pinterest. Jetzt sollte es aber wieder gehen. ;)
    Oh und ich finde es auch so spannend, all die Überlegungen zu lesen und freue mich schon sehr auf die ganzen Puppen!
    lieben Gruss
    Nat

  • Hallo Nat,
    vielen Dank für die tolle Playlist auf Youtube, die Du zur Verfügung stellst!
    Und auch das Buch „Cloth Daisy Dolls“ gefällt mir sehr gut….

    Viele liebe Grüße von
    Helga

  • Liebe Helga,
    es freut mich, dass in meinem Beitrag auch für Dich etwas hilfreiches dabei war.
    Freu mich schon drauf auch bei Dir mehr zu lesen!
    Herzlichsten Gruss
    Nat

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    Deb

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    Krystyna

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